Home, sweet home mr. lebowski

31 01 2010

Medanos, Entre Rios

Ziemlich auf der Fresse suche ich im flachen Delta-Einzugsgebiet des Rio Parana ein Stueck Land. Ich bin heute von San Javier, Sta Fe bis hierher gefahren und kann bald nicht mehr.

Doch alles was ich sehe ist die Route und topfebenes Grasland. Immerhin sieht man viele Wasservoegel hier, die im teilweise sumpfigen Gebiet fuer Abwechslung sorgen. Von der Route weg gibt es keine Abzweigungen, und die die es gibt werden von Zaeunen und deren toren durchbrochen…Ich will nicht unbedingt auf fremden Land ohne zu fragen campieren, doch es scheint, als bleibe mir keine andere Moeglichkeit.

Ploetzlich komme ich an ein paar Hauesern vorbei, ich halte an und rede mit den Leuten die Mate-trinkend (wie koennte es auch anders sein) draussen sitzen.

-Nein, hier gibts nichts, kein Camping, kein Hotel. 80km weiter ist ein Dorf, da hats eine Herberge (nicht nooooch  mal 80km bitte)

– und jemand der mich auf seinem Stueck land uebernachten lassen koennte?
usw usw… Es stellt sich heraus, dass der Mann „Gmeindsmuni“ (Buergermeister) von Medanos ist (Medanos bedeutet Sandduene, wo bitte hats hier Sand? und etwas anderes als Ebene???). Nach ein wenig hin und herreden laesst er mich in der Sala Comunitaria (Gemeindesaal) uebernachten. Full Geil!

Zwischen den Metalltragern spanne ich meine Haengematte auf, im doch recht abgefuckten „Gemeindesaal“ darf ich mich waschen und das Klo benutzen.Schnell kaufe ich noch in einem Laden ein und esse neben dem Auto. Uuuuuunglaublich die Blicke der Leute!!! Medanos ein 800 Seelen- Kaff im sumpfigen Nirgendwo (woher zum Geier leben die?), sehen einen doch recht deplazierten Gringo vor IHREM Gemeindesaal, im Klappstuhl sitzend und essend; als ob es sein eigenes Haus waehre… echt zum Schreien!!!

Leider machen mich die vielen Moskitos fertig, sodass ich schnellstens im Moskitonetz zuflucht suche und schlafen gehe. Recht ruhig schlafe ich allerdings nicht, da das Auto auf der anderen Seite parkiert ist… Naja, um 0400 stehe ich auf, um die Reise nach Buenos Aires, Ezeiza, anzutreten und meinen werten Freund Marco abzuholen.

Buenos Aires stellt sich denn prompt auch als Ghetto pur (und nein ich fuehle mich da nicht wohl, auch wenns so toent). Flughafen auf der Autobahn angeschrieben? Denkste….Hin und her Kurve ich. Statt wichtige Dinge zu markieren sind bei Abzweigern irgendwelche Strassennamen angeschrieben….GRMBL. Die Leute die ich frage helfen mir zwar sehr freundlich, doch meine Laune bessert sich dadurch nur kurz. Zu allem Uebel speckt mein Portemonnaie recht ab, da es die Faktoren Roadpricing und Odyssee zu spueren bekommt.

Zu guter Letzt schaffe ich es dann doch viel zu frueh zum Flughafen und werde noch einmal bei der Parkgebuehr gemolken. Als Marco dann gut angekommen ist, ab durch die Mitte, weg von dieser alles verschlingenden Metropole. (Alle Wege fuehren nach Buenos Aires haette besser gepasst)

lg diego


Mein Zuhause vorn...

Mein Zuhause vorn...

und hinten...:D

und hinten...:D



—Uebernamen gesucht—

31 01 2010

Das Problem liegt nahe:
In der Schweiz ist „Diego“ ein Super-name. Hier in Argentinien sieht die Realitaet leider anders aus. Bei „Diego“ drehen sich 4 Leute gleichzeitig um. Das bin ich mir absolut nicht gewohnt und finde ich nervig. Da ich leider auch keinen zweiten Namen habe, hier ein AUFRUF:

Ich brauche einen Uebernamen, der mit der Schweiz oder besser mit mir zu tun hat. Er sollte kurz und auch geschrieben fuer Suedamerikaner richtig aussprechbar sein (bachenbuelach wuerde hier „batschenbulatsch“ ausgesprochen; also keine „sch“, „ch“, umlaute oder aehnliches)

Und gleich vorweg: „Vollmongo“ ist zu lang und „Sexgott“ zu gelinde 😀
Starke Vorreiter sind:
-Ghetto (in Ahnlehnung an meine Faehigkeit Ordnung zu halten)

Urheber: M.Doessegger

-Demenzio (naja, ethymologisch von „Demenz“)

Urheber: M.Doessegger

Bitte um gute Posts;
LG Diego



3 Taegigi Huete Wanderig

29 01 2010

Neuquen de Hauptstadt vode glichnamige Provinz, isch Langeweile pur! Usser me doerfli chli usserhalb wo de groest Dino vor welt chasch aluge chasch nued mache (seit au s turribuero). Und das ide Richste Provinz vo Argentinie, haupsaechlich risigi  Oel und Gas vorkomme.

Den halt schneller als Planed endlich „El Bolson“ hauptstadt vo de Hippis in Argentinie.  Woni den a cho bi zerst mol Enduescht, natur wunderbar d Stadt aber Beeeee nued schoens. Denoch en Megnet fuer alli Argentinische Rucksacktouriste und vo dene heds jede menge. Die meiste Alternativ igstellti lued die andere Lievestyle Hippis. Nach langer und zeecher suchi nach me Hostel dank de Hilf vome wwoofer us Kanada doch no fuendig worde. Er hed mir den au verzellt dases do in Patagonie fuers wwoofe (Arbeiten fuer choscht und Logie)  regelchechti warte listene git und ca. 3 Wuche wartisch und das, dass Praktisch usnahmslos „Uslender“ sin also uf Englisch gred wird)

Vo afang ah isch fuer mich klar gsi das ich die Berge do usicher mach d frog isch nur gsi wie und wo. Es hed den au sini ziit brucht bis ich zu entsprechende Informatione cho bin und alles Organisiert han. D Usrustig het au muesse Optimiert und Apasst werde, dos eifach kei Spass macht mit allem blunder go Wandere, ha den au s unbenoetigte choene deponiere. 1000 hohemetter und 15 km pro tag sind nid grad en Spaziergang und glich chasches gmuetlich neh und die unberuerti natur uf dich wircke loh. D Huedene sind richtig Urchig, alles irgentwie zemme Zimmeret mit markantem Rundholz; nume Gmuetlich. Mini erst wuerkli warm duschi ohni muesami chalti unterbruch bechumi au do. Holzoefeli, wassertank, Fuehr; „Wasser marsch“ 😉 Und nid nur mini duschi isch eifach, gut und selbergmacht gsi. Sondern au mis Triumpfbier selberbraut, Brot selber Bache und s Lammfleich woni im Teller gha ha; hinder de huete isch s Faeli ufgspanned. ESO PARA MI ES VIVO : )  Aso d Hippis findsch nur ide Stadt wen de Kunsthandwerkmarkt isch, ansonste hen die sich alli gmuedlich um d Stadt ume agsidled (Die meiste intelektuelle vom grossrum Buenos Aires und „Usslender“). Am letschde tag bim Abstig heds den no so richtig Pissed, bi klatsch nass bis uf unterhosse gsi. Aber einiges besser, wie die Stedter wo nach mir dreckig vo obe bis unde irgendwie mit ihrne Turnschueli ohni Profil, de Berg abe drohled sind 😉

Alli Erwartige meh as uebertroffe…!

Dr. Bertolino



Argentinsche Spezialitaeten

27 01 2010

Argentinie isch jo bekannt fuer fleisch vorallem guts Rindfleisch, und das wird au bi jeder glegeheit in huelle und fuelle gesse.

Die typisch Argentinischi Parrilla (Grill) gits nid. Regional unterscheidet sich das es bizeli. Eis model isch dasmer zerst dut Fuere und den mitem Verstellbare Gill die gwuensti Hitz sucht (eher Schmali Parrilla). Inere Breite Parrilla wir uf de sitte ime Metalgstel gfuered d Glut gheit den abe und wird den undere Fixe ide hoechi nid ferstellbare gril verteilt. Oder merfuered eifach ganz normal nebe bi und fuert immer wider fruschi glut zu. Den gits do no en variation mit me licht Schrege Grill vo aso vo hinde bis vorne liecht gfell hed und so Temperatur Reguliert wird.

De Asado (Grilliere) wird do zelebriert und isch in Maenerhand, dass got ueber stunde s fleisch wird ganz langsam gart. Ide zwuesche ziit wird Blauderd en Mate (Nationalgetrenk, Tee us blaetter vom Yerba Baum) oder en Terere (au mit Yerba wie Mate, aber kalt mit Iss und Limone oder mit verschidne Limonadene) drunke, Bier got natuerli au 😉

Do ide hostel chunt ab und zu eine wod dich gut verstosch mitem und frog di hesch gern Asado, “jo”, gut den simmer scho zwoi. Bis am obe bisch de meistens z 6-8 lued entweder gotme zeme go boschde oder eine koordiniert und seit dir was und wiefill selsch bringe. Es heist den immer “es sel an nued fehle kauf nur gnu” und au wed weisch das telfti au wuerd lenge chaufsch den halt glich die gwuenschti mengi. Es wird zum teil mit 1Kg Fleisch pro Person grechnet.

Costilla (Rippe) isch das Typische Asadofleisch wo in ca 5-8cm breiti, langi Streife gschnitte wird und den samt Knoche und Fetschicht uf  parrilla chunt oder uf en Spies. Dur fettschicht blibt s Fleisch schoen saftig, gwuerzt wird pracktisch nur mit vill salz und vilicht es bizeli Pfefer; anderi gwuerz wie Rosmarin, Thimian, Paprika sind eher selte. Nebst em Rippestuck werdet au d oberschenkel im Querschnitt zu schoen grosse Saftige Fleischstuck gschnitte (durch die fine durwachsige vo fett, isch au das Fleisch schoen Saftig). Es gitt au anders aln nur Rind, zb. Poulet das wird meistens halbiert ufe grill gleit

Wuerst die stoehn au ufem spiesplan, die “normal” wurst hed oebe d groesi vonere Servela und isch im aller witiste sin wiene Schiensbrotwurst. Es gitt aber au villi Regionali wuerst und en Blutwurst die hani bis jetz ueberall gse aber die isch nid so Gustolino. Schwinigs gits natuerlich au aber usser Speck und Schinke chunt d Sau eher id wurst als ufe Grill.

Dezu gits meistens en gute Tropfe Rotwii; en teil Argentinier hend d agwohnheit de Rotwii kalt usem Chuelschrank z Trinke und den wir do mengisch au no mit iis noghulfe daser kalt blibt. Ich enthalte mich do ime komentar, andere laender andere sitten.

Mit wissbrot und wend gluck hesch no mitme salat wird den gesse…



Chile

22 01 2010

So mini letzti Etape Chile hani jetz den au hinder mir, vorerst.

Als Kroenende Apschluss hed Pucon doerfe diene; En chlieni vertreumtis Turri Stadt. Do im Chilenische Patagonie isch alles moegli alles vo sich en Abetuerhungrige wuenscht isch mach bar. Au d Prise sin dem entsprechend, Pucon gilt anschienend als Tuersti Stadt vo Chile.

Nid dases do usser de vile Vulkaen usgset wie bi eus heds au glichi Pflanze: Spietzwegerich, Johaniskraut, Koenigskerze, Fingerhuet, Disteln und viele mehr. Ich koent do irgentwo es Foto mache egal vo und was, me choents nid de Schwiiz oder Chile zueortne. Do sich extrem vieli Duetschi, Oestricher und Schwiizer do agsidlet hend bechunsch au alli die Spezialitente wie, Wurst, Brot, Kaes, Schoggi und s wasser chame au trinke. Acho und zerst mol gschockt vo dene Prise hed den glich no oebis ane muesse. Do es do sovili vuelkaen hed heds no einisch meh Thermalbaeder snechst bruchbare aber 35 Km entfernt. Um bar Mill Pesos z Spare und oebis vo de uemgebig z gse, fahri mitme Kindervelo ohni Funktionierendi Bremse und der gleichen vom Hostel Cheffe doert ane. Mitme wuenderbare bad den au belohnt, es hed verschideni Schwimmbeckene eis sogar mit satte 39 Grad zum Glueck au en Schmelzwasserfluss wome sich den Knipe measig chan ab chuele. Komischerwiss bini de einzi wo sich de Spass goent alli andere mide s kalte Wasser.

Nachem Rueckweg vo nomol 35Km bini fix und fertig und alles duet mer weh psunders de Arsch vo dem Supper Sattel.

En Tag am Gmuetliche Strand zur erholig lenged den au. En Nationalpark isch es par Km entfernt und per Glueck ferwuetschi den au no en usser Planmeasige buss, wo sagar uf mich wartet weli zerst ha muese gelt Organisiere. De Park eifach nume Schoen, es hed Beum mit duerchmesser vo meh as 2 Meter etlechi Fluessli und Seeli und erstreckt sich uf es ganzes Tall. Sibe kilometer hi und zrug und a jedem egge duetschi was natuerlich zu Scherze foermlich iladet (kei anig wiso die immer sgfuehl hend das si niemerz verstoht).

Sehr schoeni ziit do gsi wirdi nie vergesse und jetz bini uf die Argentinischi Site vo Patagonie Gspannt…

Dr. Bertolino



D’Welt isch scho h… chli!

20 01 2010

Corrientes Capital (Provinz- Hauptstadt)

Schmierlappen abgeladen; schnurstracks bin ich dann das erstmoegliche Rondell abgebogen, gemaess Informationen meines Mitfahrers haette es dort ein Camping oder so haben sollen. Quader um Quader weiter, bei einem Lichtsignal dann geradeaus, bis mir einer entgegenkommt. Scheisse, contramano (Einbahnstrasse). Moeglichst schnell von der Strasse weg (lit ja irgendwie uf de Hand), die Abzweigung der Haupstrasse ist nochmals contramano…die naechste dann io. Ziemlich verloren gelange ich an einen Park und frage nach dem naechsten Internetkaffee um mit Samuel zu kommunizieren. Sie raet mir 2 Quader weiterzufahren. Als ich einbiegen will, schaue ich nochmals genau, koennte ebenfalls contramano sein (beschildert ist hier nirgends, man orientiert sich an parkierten oder maneuvrierenden Autos). Gut fahre ich halt geradeaus um den Block. Beim Ueberqueren faellt mir zunaechst ein Nummerschild auf „BUM“, irgendwo im Hinterkopf klingelt es. Ich fahre am parkierten Lieferwagen vorbei, auch der Autotyp kommt mir Recht bekannt vor. Ich stutze und parke. Steige aus und observiere. Die Ladeflaeche ist rot verdreckt; eindeutig Tierra Misionera (Eisenoxidhaltige rote Erde, die es hier nur in Misiones gibt). Wie gross ist die Moeglichkeit, das er es trotzdem nicht ist??? Unmoeglich, entscheide ich. Ein junger Mann steht an einem Hauseingang gegenueber des Autos, neugierig beobachtet er, wie ich in die Fahrerkabine schaue…womoeglich denkt er ich bin ein Dieb.
Ich gehe hin: „Wissen sie zufaelligerweise, wo der Inhaber des Fahrzeuges wohnt“ – „Hier“ – „Juancito Schoeck“ – „Der Sohn von ihm“ – „Rolo?“ – „Ja, er schlaeft grad Siesta“ – „Sag ihm, der Auslaender ist da“

Per Zufall finde ich einen Teil meiner Gastfamilie von frueher wieder. Der Sohn studiert in Corrientes und der Vater, ihm gehoert das Auto, hat eine Baustelle in Corrientes; eigentlich arbeitet er in Obera, Misiones. Und Corrientes hat in etwa die Einwohnerzahl von Zuerich. Wie gross ist die Chance ein Auto zu erkennen in einer x-beliebigen Strasse?
Eine Viertelstunde spaeter haette das Auto nicht mehr dagestanden, und waere ich nicht wie ein Trampel gefahren….ich waere irgendwo in einem Camping abgestiegen und am naechsten Tag weiter…

Gross die Freude  und Ueberaschung beiderseits, auch mit Juan dem Vater auf der Baustelle. Ich helfe auf der Baustelle diesen Nachmittag mit. Jetzt wohne ich bei Rolo Schoeck, dem Sohn und seinen Studenten- Kollegen. Absolut gemuetlich…Leider darf ich nicht auf der Baustelle helfen, aus Versicherungsgruenden. Vielleicht besser so, wenn ich sehe wie kompliziert und absolut ineffizient gearbeitet wird. Es fehlt halt an theoretischer Ausbildung; trotzdem halte ich meine dumme Gosche um sie nicht auseinander zu bringen. Fuer Zimmerleute: Ein recht kompliziertes Dach mit Lukarnen wird direkt auf dem Betonkranz (also dort wo bei uns normalerweise die Schwellen hinkommen) zurechtgelegt, abgebunden und aufgerichtet. Jeder Schritt ist gefaehrlich, ein Geruest („kann man das essen?“). Ein paar marode Bretter (mir wird schon bei der Fingernagelprobe (sinkt ein) schlecht) auf ein paar zusammengeschweissten Faessern dient zum gehen zwischen den Grundmauern. Stichwort „Jenga“, nach einer halben Stunde spielen. 

diego

 

Corrientes Capital conjunto de estudiantes

Corrientes Capital conjunto de estudiantes

 



Badeferien in Corrientes

19 01 2010

Einschneidend…der Unterschied zwischen den Provinzen haette nicht extremer sein koennen.

Misiones, klaustrophobisch beurwaldet und sehr huegelig macht einer correntinischer Leere Platz. Praktisch nur graeserne Einoede, ab und zu Kuehe und ein paar Fichten….alles topfeben,kilomeeeterlang. kein Aas weit und breit. Auch die Staedte hier. Die Haeuser sind unangenehm weit auseinander, mich beschleicht ein beklemmendes Gefuehl, keine Ahnung wieso. Alles in Corrientes scheint anders zu sein; auch auf foederalistischer Ebene, spielt Corrientes seine eigene Geige, anders als der Rest von Argentinien. „Wuerde Argentinien in ein Krieg verwickelt, so wuerde Corrientes an Seite Argentinien in den Krieg ziehen“ – lautet ein regionaler Witz.

Mein Ziel: Ituzaingo, Provinz Corrientes

Ituzaingo also…eine Stadt fuer sich. Die Stadt liegt am Parana; weiter Stromaufwaerts liegt das bekannte Yacireta- Wasserkraftwerk („TschassiretA“).  Die ganze Stadt wurde angelegt um Ingenieuren, Architekten (oder sonstigen Pfuschern:D), Baufuehrern und spezialisierten Bauhandwerkern aus aller Welt (vornehmlich Europa, N-Amerika) Heimat zu bieten. Dementsprechend ist die Stadt ganz speziell angelegt; irgendwie futuristisch. Die Haueser haben Glasfiberdach, Supermaerkte und Geschaefte sind Dreieckig. Die Strassennamen lauten 1,2,3,4,(in eine Richtung) und A,B,C,D (in die andere). Das Kraftwerk ist fertig, deren Erbauer abgezogen und jetzt ist Ituzaingo DIE Badeferiendestination in der Region. Die Stadt hat Sandstrand und Suesswasser, eine wirklich ganz merkwuerdige Kombination…nicht negativ.
Leider ist das ganze ein wenig ueberschwemmt; vom Sandstrand ist nicht viel zu sehen, ich spuere ihn allerdings als ich aus dem Peugeot- Backofen aussteige und mich ins Nass stuerze. Weil Sonntag ist, bekomme ich nichts mehr in den Geschaeften, esse einen Hamburger, schwatze mit der Bedienung und naechtige in meiner Hamaca Paraguaya (Haengematte) auf einem doch sehr maroden Campingplatz. Meine doch recht muehsamen Nachbaren sind nicht gewillt ihre Musik fuer sich zu hoeren, so dass ich mich gezwungen sehe, mit Oropax zu schlafen und frueh am morgen Heavy Metal zu hoeren 😀

auf gehts. In Iba-Ibate raste ich kurz und bereite mir gemuetlich einen Tomaten-Mozarella Salat. Ausgangs der Stadt, haelt mich die Polizei an und fragt ob ich einen Kollegen mitnehmen kann. So eine Art rhetorische Frage…sage ich nein, werde ich beim naechsten Posten auseinandergenommen….also gut, ein wenig Abwechslung kann nicht schaden auf den oeden Strassen, zudem habe ich mit Kollege Tschuggero ein Passepartout bei den Strassensperren (hauefig) der Polizei und Gendarmerie; die teilweise Recht eklig sind und coima (schmiergeld) wollen; v.a. die Polizei. Detail: nachdem ich den Polizisten, der recht freundlich ist, aufgelesen habe, passiere ich natuerlich keine Sperre mehr, grmbl…



Und auf gehts

19 01 2010

ich schreibe in zukunft auf deutsch, da einigi meiner kollegen und argentinisch-kennegelernten kein schweizerdeutsch koennen)

UNGLAUBLICH ABER WAHR. die Papiere sind da. zuletzt muss ich noch ein wenig Druck ausueben, und siehe da. es klappt…
Jetzt aber hopp de bese. Der ganze Proviant wird abgepackt und aufi gehts.
Die ersten paar Tage bin ich noch in Misiones unterwegs, in diversen Campings und verbringe eine gemuetliche Zeit.
Boheneintopf mit Raeucherwurst klappt hervorragend. Das selbstgebackene Brot ist von noch (hoffentlich) erbaermlicher Qualitaet. Es muss im Gusstopf gebacken werden, wird auf einer Seite schwarz und mit Oel saugt sich das ganze voll. Es schmeckt nach Hefe (also irgendwie pilzig)….mit Grund also nehme ich mehr ab. Der Eintopf mit Nudeln und Tomaten…naja. das Verhaeltnis stimmt nicht, zuviel Nudeln auf zuwenig Sauce…was solls. iiiine mit.

Dann gehts ab nach Posadas zu Aurelio und Jose; die haben wir in Andresito kennengelernt. Sie leben mit einem Grossvater von 83 Jahren zusammen. Die ganze „Familie“ ist eine merkwuerdige Konstellation. Aurelio, mitte 50, Philosophie- Dozent und Jose um 30, Tanzlehrer nehmen mich sehr gastfreundlich auf; sie freuen sich, das ich sie besuchen komme. Wir reden viel, Essen Empanadas von Jose (SUPER, hat irgendeine unbekannte Art Gewuerz drin, Koch-geheimnis…), Jose wascht mein Auto, dass von roter Misiones-Erde schon fast als getarnt durchgeht, mit Aurelio fahren wir alle zusammen nach Encarnacion, damit mein Visum erneuert werden kann.
Kurz um: Sie behandeln mich so zuvorkommend, das es mir schon fast ein wenig unangenehm ist.
Gemuetlich sitzen wir zu viert im Kreis und hoeren diverse Arten von Musik. Jose tanzt, zeigt mir wie…ich tanze mit.
Wir krepieren fast vor lachen, als der Grossvater mit Jose zusammen tanzt. Moeglicherweise kann ich das Video irgendwie hochladen….meine doch arg limitierten Informatikkentnisse lassen gruessen….
Unglaublich, wie locker sie alle miteinander umgehen, einander bewitzeln….

Am naechsten Tag muss ich weiter, ich kann nicht schon bei der ersten Station zu lange bleiben…Sie bestehen drauf, das ich wieder zurueckkomme…irgendwann. Ich schaeme mich weil ich nur eine Tafel Schokolade dalasse; helfen lassen wollen sie sich nicht, finanziell noch viel weniger.
Auf gehts in Richtung Provinz Corrientes.

Diego

In Encarnacion vor Posadas-Skyline

In Encarnacion vor Posadas-Skyline



Getrennt unterwegs

17 01 2010

Seit Knapp drue woche goemer  voruebergehend getrennte wege, d Papier vom Auto sind immer nonig ume gsi und meine Zeit lauft.

Also bin ich den am 29.12.09 mitem Bus richtig Rosario ufbroche. So en bus hed jede komfort wome sich nuer cha wunsche; Fernse, klimaalag und Liegesitz aso glich wie bi eus.

Rosario wird mit Barcelona vergliche nid ganz zu unrecht aber isch scho nid s gliche. Aber mit 1,2 mio einwohner die 3. groesti Stadt vo Argentinie und wahren umschlagsplatz fuer de Norde. Der flus Parana isch bis doert problemlos schiffbar.

Nach es par tag den uf San Luis untrwegs isch alles nur flach, topfebe. Baeum heds au nur grad mol am Strosserand oder imene Garte. Ansonsten Soja, Mais usw. Je noecher San Luis um so meh versteppt d Landschaft. D Stadt selber nid bsunders Spektakulear. also witter uf Mendoza.

Mendoza ganz anderst, do hens gelt, bar, lounges und Restaurands, wie i iedere Metropole vo Europa. Mendoza und San Juan sin d haubt produzente wo wii in Argentinie Produziere 3/4 vo de landes Produktion was glaub en 1/4 vo de Welt Produktion isch. S land normal au Steppe artig aber fast alles mit Wierebbe bepflanzt. Nach wiitere drue Tag Stadt ischs mir langsam verleidet und ich muss moll usse di Natur. Es Hostel so z finde und den au no es Guts garnid eifach. Aber wo ein wille da ein weg, und s beste und schoenste woni jee gsi bin, praktisch Perfekt.Mit barne usem hostel stuermi den s Basis Camp (3400) vom Aconcagua 6962 Meter ueber mehr, hochste Berg ganz Amerikas und ausserhalb Asiens wo grad ume egge ligt. Wend Karte alugsch gsesch nume 4000 und grossers; sehr beidruckend. Vorallem au dfarbe wod berge do hend. Vo Rot, Grueen, Gael, Brun, Grau bis wiis; alles vorhande. Das hostel ligt gnau zmitzt drin nur Berge, Steppe und en chline Fluss wo 100 meter devo weg dur d Steppe fluest und alles uf bluehe loht.

Nach 90 Tag lauft bekanntlich s turivisa ab aso ab nach Chiele um Spoeter wider es neus bi de ireis in Argentinie z becho. Chilenische behoerte sind keis bizeli besser als d Argentinier, fuer de Stempel im Pass warti ca 2 Stund inkl. Roenge vom Gepeck unds Beschnuppere vome Drogehund. Ganzi ziit Plan ufe Kopfgstellt, stad direkt uf Valparaiso no zerst 2 Tag in Santiago wuenderschoeni Stadt, dank Pinselrenovation. Den zum eigendlichen ziel Valparaiso e mittelgrosse Hafenstadt. Do hend die Strosse Mahler s saege. Bilder usem lebe vo de Leute, Richtigi kunstwerk von Kuenstler und Selbst versuech von einfache lued, alles do in huelle und fuelle.  Der Lebensstandart isch do aber glaub nid so hoech wie in Argentinie gset z mindesch so us.

Jo und morn gots wider wiiter…

Ps. mir were froh um meh Reaktione uf eusi bitreg, mir hen kei ahnig wer ueberhaubt list und ob uberhaubt gross glese wird!?

Grus Dr. Bertolino