D’Welt isch scho h… chli!

20 01 2010

Corrientes Capital (Provinz- Hauptstadt)

Schmierlappen abgeladen; schnurstracks bin ich dann das erstmoegliche Rondell abgebogen, gemaess Informationen meines Mitfahrers haette es dort ein Camping oder so haben sollen. Quader um Quader weiter, bei einem Lichtsignal dann geradeaus, bis mir einer entgegenkommt. Scheisse, contramano (Einbahnstrasse). Moeglichst schnell von der Strasse weg (lit ja irgendwie uf de Hand), die Abzweigung der Haupstrasse ist nochmals contramano…die naechste dann io. Ziemlich verloren gelange ich an einen Park und frage nach dem naechsten Internetkaffee um mit Samuel zu kommunizieren. Sie raet mir 2 Quader weiterzufahren. Als ich einbiegen will, schaue ich nochmals genau, koennte ebenfalls contramano sein (beschildert ist hier nirgends, man orientiert sich an parkierten oder maneuvrierenden Autos). Gut fahre ich halt geradeaus um den Block. Beim Ueberqueren faellt mir zunaechst ein Nummerschild auf „BUM“, irgendwo im Hinterkopf klingelt es. Ich fahre am parkierten Lieferwagen vorbei, auch der Autotyp kommt mir Recht bekannt vor. Ich stutze und parke. Steige aus und observiere. Die Ladeflaeche ist rot verdreckt; eindeutig Tierra Misionera (Eisenoxidhaltige rote Erde, die es hier nur in Misiones gibt). Wie gross ist die Moeglichkeit, das er es trotzdem nicht ist??? Unmoeglich, entscheide ich. Ein junger Mann steht an einem Hauseingang gegenueber des Autos, neugierig beobachtet er, wie ich in die Fahrerkabine schaue…womoeglich denkt er ich bin ein Dieb.
Ich gehe hin: „Wissen sie zufaelligerweise, wo der Inhaber des Fahrzeuges wohnt“ – „Hier“ – „Juancito Schoeck“ – „Der Sohn von ihm“ – „Rolo?“ – „Ja, er schlaeft grad Siesta“ – „Sag ihm, der Auslaender ist da“

Per Zufall finde ich einen Teil meiner Gastfamilie von frueher wieder. Der Sohn studiert in Corrientes und der Vater, ihm gehoert das Auto, hat eine Baustelle in Corrientes; eigentlich arbeitet er in Obera, Misiones. Und Corrientes hat in etwa die Einwohnerzahl von Zuerich. Wie gross ist die Chance ein Auto zu erkennen in einer x-beliebigen Strasse?
Eine Viertelstunde spaeter haette das Auto nicht mehr dagestanden, und waere ich nicht wie ein Trampel gefahren….ich waere irgendwo in einem Camping abgestiegen und am naechsten Tag weiter…

Gross die Freude  und Ueberaschung beiderseits, auch mit Juan dem Vater auf der Baustelle. Ich helfe auf der Baustelle diesen Nachmittag mit. Jetzt wohne ich bei Rolo Schoeck, dem Sohn und seinen Studenten- Kollegen. Absolut gemuetlich…Leider darf ich nicht auf der Baustelle helfen, aus Versicherungsgruenden. Vielleicht besser so, wenn ich sehe wie kompliziert und absolut ineffizient gearbeitet wird. Es fehlt halt an theoretischer Ausbildung; trotzdem halte ich meine dumme Gosche um sie nicht auseinander zu bringen. Fuer Zimmerleute: Ein recht kompliziertes Dach mit Lukarnen wird direkt auf dem Betonkranz (also dort wo bei uns normalerweise die Schwellen hinkommen) zurechtgelegt, abgebunden und aufgerichtet. Jeder Schritt ist gefaehrlich, ein Geruest („kann man das essen?“). Ein paar marode Bretter (mir wird schon bei der Fingernagelprobe (sinkt ein) schlecht) auf ein paar zusammengeschweissten Faessern dient zum gehen zwischen den Grundmauern. Stichwort „Jenga“, nach einer halben Stunde spielen. 

diego

 

Corrientes Capital conjunto de estudiantes

Corrientes Capital conjunto de estudiantes

 



Badeferien in Corrientes

19 01 2010

Einschneidend…der Unterschied zwischen den Provinzen haette nicht extremer sein koennen.

Misiones, klaustrophobisch beurwaldet und sehr huegelig macht einer correntinischer Leere Platz. Praktisch nur graeserne Einoede, ab und zu Kuehe und ein paar Fichten….alles topfeben,kilomeeeterlang. kein Aas weit und breit. Auch die Staedte hier. Die Haeuser sind unangenehm weit auseinander, mich beschleicht ein beklemmendes Gefuehl, keine Ahnung wieso. Alles in Corrientes scheint anders zu sein; auch auf foederalistischer Ebene, spielt Corrientes seine eigene Geige, anders als der Rest von Argentinien. „Wuerde Argentinien in ein Krieg verwickelt, so wuerde Corrientes an Seite Argentinien in den Krieg ziehen“ – lautet ein regionaler Witz.

Mein Ziel: Ituzaingo, Provinz Corrientes

Ituzaingo also…eine Stadt fuer sich. Die Stadt liegt am Parana; weiter Stromaufwaerts liegt das bekannte Yacireta- Wasserkraftwerk („TschassiretA“).  Die ganze Stadt wurde angelegt um Ingenieuren, Architekten (oder sonstigen Pfuschern:D), Baufuehrern und spezialisierten Bauhandwerkern aus aller Welt (vornehmlich Europa, N-Amerika) Heimat zu bieten. Dementsprechend ist die Stadt ganz speziell angelegt; irgendwie futuristisch. Die Haueser haben Glasfiberdach, Supermaerkte und Geschaefte sind Dreieckig. Die Strassennamen lauten 1,2,3,4,(in eine Richtung) und A,B,C,D (in die andere). Das Kraftwerk ist fertig, deren Erbauer abgezogen und jetzt ist Ituzaingo DIE Badeferiendestination in der Region. Die Stadt hat Sandstrand und Suesswasser, eine wirklich ganz merkwuerdige Kombination…nicht negativ.
Leider ist das ganze ein wenig ueberschwemmt; vom Sandstrand ist nicht viel zu sehen, ich spuere ihn allerdings als ich aus dem Peugeot- Backofen aussteige und mich ins Nass stuerze. Weil Sonntag ist, bekomme ich nichts mehr in den Geschaeften, esse einen Hamburger, schwatze mit der Bedienung und naechtige in meiner Hamaca Paraguaya (Haengematte) auf einem doch sehr maroden Campingplatz. Meine doch recht muehsamen Nachbaren sind nicht gewillt ihre Musik fuer sich zu hoeren, so dass ich mich gezwungen sehe, mit Oropax zu schlafen und frueh am morgen Heavy Metal zu hoeren 😀

auf gehts. In Iba-Ibate raste ich kurz und bereite mir gemuetlich einen Tomaten-Mozarella Salat. Ausgangs der Stadt, haelt mich die Polizei an und fragt ob ich einen Kollegen mitnehmen kann. So eine Art rhetorische Frage…sage ich nein, werde ich beim naechsten Posten auseinandergenommen….also gut, ein wenig Abwechslung kann nicht schaden auf den oeden Strassen, zudem habe ich mit Kollege Tschuggero ein Passepartout bei den Strassensperren (hauefig) der Polizei und Gendarmerie; die teilweise Recht eklig sind und coima (schmiergeld) wollen; v.a. die Polizei. Detail: nachdem ich den Polizisten, der recht freundlich ist, aufgelesen habe, passiere ich natuerlich keine Sperre mehr, grmbl…



Und auf gehts

19 01 2010

ich schreibe in zukunft auf deutsch, da einigi meiner kollegen und argentinisch-kennegelernten kein schweizerdeutsch koennen)

UNGLAUBLICH ABER WAHR. die Papiere sind da. zuletzt muss ich noch ein wenig Druck ausueben, und siehe da. es klappt…
Jetzt aber hopp de bese. Der ganze Proviant wird abgepackt und aufi gehts.
Die ersten paar Tage bin ich noch in Misiones unterwegs, in diversen Campings und verbringe eine gemuetliche Zeit.
Boheneintopf mit Raeucherwurst klappt hervorragend. Das selbstgebackene Brot ist von noch (hoffentlich) erbaermlicher Qualitaet. Es muss im Gusstopf gebacken werden, wird auf einer Seite schwarz und mit Oel saugt sich das ganze voll. Es schmeckt nach Hefe (also irgendwie pilzig)….mit Grund also nehme ich mehr ab. Der Eintopf mit Nudeln und Tomaten…naja. das Verhaeltnis stimmt nicht, zuviel Nudeln auf zuwenig Sauce…was solls. iiiine mit.

Dann gehts ab nach Posadas zu Aurelio und Jose; die haben wir in Andresito kennengelernt. Sie leben mit einem Grossvater von 83 Jahren zusammen. Die ganze „Familie“ ist eine merkwuerdige Konstellation. Aurelio, mitte 50, Philosophie- Dozent und Jose um 30, Tanzlehrer nehmen mich sehr gastfreundlich auf; sie freuen sich, das ich sie besuchen komme. Wir reden viel, Essen Empanadas von Jose (SUPER, hat irgendeine unbekannte Art Gewuerz drin, Koch-geheimnis…), Jose wascht mein Auto, dass von roter Misiones-Erde schon fast als getarnt durchgeht, mit Aurelio fahren wir alle zusammen nach Encarnacion, damit mein Visum erneuert werden kann.
Kurz um: Sie behandeln mich so zuvorkommend, das es mir schon fast ein wenig unangenehm ist.
Gemuetlich sitzen wir zu viert im Kreis und hoeren diverse Arten von Musik. Jose tanzt, zeigt mir wie…ich tanze mit.
Wir krepieren fast vor lachen, als der Grossvater mit Jose zusammen tanzt. Moeglicherweise kann ich das Video irgendwie hochladen….meine doch arg limitierten Informatikkentnisse lassen gruessen….
Unglaublich, wie locker sie alle miteinander umgehen, einander bewitzeln….

Am naechsten Tag muss ich weiter, ich kann nicht schon bei der ersten Station zu lange bleiben…Sie bestehen drauf, das ich wieder zurueckkomme…irgendwann. Ich schaeme mich weil ich nur eine Tafel Schokolade dalasse; helfen lassen wollen sie sich nicht, finanziell noch viel weniger.
Auf gehts in Richtung Provinz Corrientes.

Diego

In Encarnacion vor Posadas-Skyline

In Encarnacion vor Posadas-Skyline



Getrennt unterwegs

17 01 2010

Seit Knapp drue woche goemer  voruebergehend getrennte wege, d Papier vom Auto sind immer nonig ume gsi und meine Zeit lauft.

Also bin ich den am 29.12.09 mitem Bus richtig Rosario ufbroche. So en bus hed jede komfort wome sich nuer cha wunsche; Fernse, klimaalag und Liegesitz aso glich wie bi eus.

Rosario wird mit Barcelona vergliche nid ganz zu unrecht aber isch scho nid s gliche. Aber mit 1,2 mio einwohner die 3. groesti Stadt vo Argentinie und wahren umschlagsplatz fuer de Norde. Der flus Parana isch bis doert problemlos schiffbar.

Nach es par tag den uf San Luis untrwegs isch alles nur flach, topfebe. Baeum heds au nur grad mol am Strosserand oder imene Garte. Ansonsten Soja, Mais usw. Je noecher San Luis um so meh versteppt d Landschaft. D Stadt selber nid bsunders Spektakulear. also witter uf Mendoza.

Mendoza ganz anderst, do hens gelt, bar, lounges und Restaurands, wie i iedere Metropole vo Europa. Mendoza und San Juan sin d haubt produzente wo wii in Argentinie Produziere 3/4 vo de landes Produktion was glaub en 1/4 vo de Welt Produktion isch. S land normal au Steppe artig aber fast alles mit Wierebbe bepflanzt. Nach wiitere drue Tag Stadt ischs mir langsam verleidet und ich muss moll usse di Natur. Es Hostel so z finde und den au no es Guts garnid eifach. Aber wo ein wille da ein weg, und s beste und schoenste woni jee gsi bin, praktisch Perfekt.Mit barne usem hostel stuermi den s Basis Camp (3400) vom Aconcagua 6962 Meter ueber mehr, hochste Berg ganz Amerikas und ausserhalb Asiens wo grad ume egge ligt. Wend Karte alugsch gsesch nume 4000 und grossers; sehr beidruckend. Vorallem au dfarbe wod berge do hend. Vo Rot, Grueen, Gael, Brun, Grau bis wiis; alles vorhande. Das hostel ligt gnau zmitzt drin nur Berge, Steppe und en chline Fluss wo 100 meter devo weg dur d Steppe fluest und alles uf bluehe loht.

Nach 90 Tag lauft bekanntlich s turivisa ab aso ab nach Chiele um Spoeter wider es neus bi de ireis in Argentinie z becho. Chilenische behoerte sind keis bizeli besser als d Argentinier, fuer de Stempel im Pass warti ca 2 Stund inkl. Roenge vom Gepeck unds Beschnuppere vome Drogehund. Ganzi ziit Plan ufe Kopfgstellt, stad direkt uf Valparaiso no zerst 2 Tag in Santiago wuenderschoeni Stadt, dank Pinselrenovation. Den zum eigendlichen ziel Valparaiso e mittelgrosse Hafenstadt. Do hend die Strosse Mahler s saege. Bilder usem lebe vo de Leute, Richtigi kunstwerk von Kuenstler und Selbst versuech von einfache lued, alles do in huelle und fuelle.  Der Lebensstandart isch do aber glaub nid so hoech wie in Argentinie gset z mindesch so us.

Jo und morn gots wider wiiter…

Ps. mir were froh um meh Reaktione uf eusi bitreg, mir hen kei ahnig wer ueberhaubt list und ob uberhaubt gross glese wird!?

Grus Dr. Bertolino



Sommer, Sonne, Sonnenschein und ab in den Sueden

24 12 2009

Gringos Guezle bi 35 Grad, de Teig lauft halb devo aber Supper Becker wiemer unteranderem au sind chunt alles Gustolino; 5 Konfeckt und 8 Stund Spoeter. Wiehnachtsstimmig bi mir zumindest bi 35 Grad fehlazeig.

Aber mir sind meh als Ready fuer de Suede, alles noetige Material hemer. Auto Papier wie choents au anderst sie fehled no. Aber wen alles nach Plan lauft simmer am 25. Weg vo do.

Allersits Schoeni Festteag

Dr. Bertolino



Passierschein A38

13 12 2009

Was fuer eine Entäuschung….
In den helvetischen Landen habe ich gedacht: In Argentinien ist wird es dann die grosse Freiheit sein; kein Stress, keine Bürokratie; das tun was ich will….PUSTEKUCHEN

Unser Auto ist theoretisch gekauft. Der ganze Papierkram ist aber eeenorm. Das schlimmste ist, dass ein Büro keine Ahnung hat, was die andere Institution machen kann oder nicht….am Freitag:
Um 6 uhr aufstehen *grummelschummel* um vorne in der Schlange zu stehen. Hat trotzdem 2 Stunden gedauert; nur um nachher die Information zu bekommen :“ nein, da muessen sie zum Zollbuero gehen“. Gut, wir ins Zollbüro: „hmm, ja, da muessen sie aber ins Zollbüro in Posadas gehen, wir sind nicht authorisiert um dieses Dokument auszustellen. Hier gebe ich ihnen die Strasse und Namen fuer Posadas, dort machen die das ohne Problem“.
Gut, das Buero schliesst am Mittag. Also Hals ueber Kopf nach Posadas (das sind etwa 1,5 stunden fuer einen Weg).
„Fuer, dieses Dokument brauche ich einen Wohnsitznachweis“ – „Juhui den habe ich!“ – „Dieser ist aber von der Polizei, ich brauche einen vom Notar“
(geiles Detail: Fuer den Wohnsitznachweis bei der Polizei braucht man zwei Zeugen die dies bestaetigen: hat man keine zwei Zeugen sagt die Polizei: “ fragen sie doch einfach diese zwei Leute dort ob sie unterschreiben. (Fremde))
„Fuck!!!“
„Machen sie dieses in Obera und kommen sie nachher wieder…“

Ausser Spesen nichts gewesen. und waere das nicht genung: Diego fucked by the Police. Das sei nicht in Ordnung und jenes…und ist alles in Ordnung erfinden sie etwas…und alles nur fuer Schmiergeld…

Grmbl. fuer ein ausfuehrliches Video, schaust du da:
http://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk
Argentinische Buerokratie live…



Schweiss tropft ins Zapfenloch – der Arbeitstag des Gringo

3 12 2009

Beta Version:

Alle Buenzlis moegen mir verzeihen, dass ich Hochdeutsch schreibe…fuer lange Texte ist dies einfach besser da weniger „z“ vorkommen, die ja bekanntlich am falschen Ort auf der Tastatur sind…

Ueberdies moegen mir alle Nicht-Zimmerleute verzeihen fuer allfaelliges Fachkauderwelsch.

Die Ausgangslage: ein bestehender Schopf mit Kamin genuegt der Ausgangslage nicht mehr. Die Baustelle befindet sich in einer Art Hotelanlage (die einzige Bleibe im Urwaldkaff namens Andresito). Ein Anbau wird „geplant“ (also von mir). Das ganze Dach wird etwa 4,5m breit und 7m lang und beinhaltet ein Kamin.
Die ganze Konstruktion steht auf 4 Rundholzpfosten aus resistentem (und sauhartem) Holz. Diese werden direkt in die Erde eingegraben (mein Gott, saemtliche Berufsschullehrer und Chefs in der Schweiz haetten mich fuer so ein Vergehen umgebracht).
Jeweils zwei Pfosten werden ueber ein Zangenpaar (-> horizontaler Holz; welches den Rest der Konstruktion zusammenhaelt)
verbunden. Die Firstpfette (->Querbalken) wird ueber ein Haengepfostenpaar gehalten, welches sich auf die Zangen stuetzt. Das ganze wird mit Ziegeln eingedeckt.
So…so viel zur Theorie…

AVOR

Die Werkzeuge des Hotels sind nicht nur aus der Zeit der Kolonisation, sie sind auch in bedenklichem Zustand. Nicht mal ein ganzer Hammer ist vorhanden; unser mitgebrachter Picard ist ein Geschenk des Himmels.
Stechbeitel muessen geschliffen werden. Da keine Kreissaege vorhanden ist, haben wir vor, von Hand abzubinden. Ein kurzer Fuchsschwanz wird vom Jahrhundertealtem Rost befreit…Ich schraenke mit einem groesserem Schlitzschraubenzieher (Schraenkzange laesst gruessen…) ; natuerlich ist auch kein Schraubstock vorhanden.

Leider merken wir auch, dass die „neuen“ Werkzeuge Anklang gefunden haben bei Angestellten des Hotels. Da jene leider von allein den Weg nicht zurueck finden, schliessen wir sie einfach im Zimmer weg.

Von einem Bekannten koennen wir einen Winkelschleifer auslehnen (diesen brauchen wir um Backsteine und Gewindestaehle schneiden zu koennen). Die Schleifscheibe nehmen wir ab und kaufen eine Diamantscheibe. Leider merken wir jetzt, dass der Supporter unten (eine Art spezielle Unterlegscheibe) fehlt. Eine Inspektion in der doch sehr ordentlichen Werkstatt, hust hust, des Bekannten bringt uns nicht weiter. Auch vom Schluessel fehlt jede Spur.
Nachdem wir einen Morgen dieses Ersatzteil in allen moeglichen Bau und Maschinen- Laeden von Andresito suchen, landen wir schliesslich in einer Bude die das Teil tatsaechlich hat. Die alte Vettel an der Kasse ist ziemlich unfreundlich und ich ueberlege mir, ob ich ihr einen Vortrag ueber Marketing und Kundenfreundlichkeit halten soll. Schliesslich liegt das Teil aber tatsaechlich auf dem Tresen und unsere Freude ueberwiegt. 10Peso soll es kosten. Als ich zahlen will (leider hab ich am Automat nur 100Peso Scheine bekommen) meint die Schachtel :“ Ich nehme nicht so grosse Scheine an“. Kollege Bert und Ich jubeln, das das doch nicht wahr sein darf: Ein ganzer Morgen mit dem Scheiss verbracht und das Teil jetzt nicht zahlen koennen…
Da fragt der Besitzer schliesslich ob wir fuers Hotel arbeiten; als ich bejahe meint er, wir koennen das Teil mitnehmen und spaeter bezahlen. Die Vettel meint noch: sie habe gedacht wir seien Deutsch-Brasilianer (Deutsche Auswanderer in Brasilien zZ des Krieges; sind anscheinend alles andere als beliebt) und uns darum nichts verkaufen wollen. grummelnd nehme ich endlich das Ersatzteil und hauen ab.
SEHEN WIR VIELLEICHT AUS WIE DEUTSCHBRASILIANER?? grummelschummel.

Grabarbeiten

Nach zig hin und her mit der Bauherrschaft, fangen wir mit Graben an. Aushub fuer das Fundament und die 4 Pfosten. Endlich mal etwas tun. Leider brechen die alten Stiele der Schaufeln und Bickel…und noch ein wenig Arbeit mehr.

DSC04014

Holz…

Grummelnd nehme ich zur Kenntnis, dass wir die doofen Rundholzpfosten nicht umgehen koennen (Bauherrschaft). Bis wir alle 4 Pfosten haben vergeht allerdings viel Zeit. Zu guter letzt fahre ich mit einem Bekannten selber aufs Land um solche aus der Capoera (wilder, nachgewachsener Wald) zu holen, da auf den der sie bringen sollte kein Verlass ist.
Zum Glueck ist der Rest der Konstruktion aus rechtwinkligem Querschnitt (naja wenigstens theoretisch, auf 15cm laenge geht gut und gern mal ein cm verloren…so genau scheisst ja bekanntlich keine Kuh). Beim Sager bestelle ich wie gewohnt in Millimeter (die Dimensionen natuerlich nicht allzu knapp; mangels Erfahrung und aus Schweizer Gewohnheit.) Der Sager kann aber nur in Pulgada (Inch) schneiden, also rundet er nochmals kraeftig auf.
Das Resultat: Es stehen richtig waehrschafte Truemmer zum Abbund bereit. Die Angestellten des Hotels sind schockiert; ob wir wahnsinnig seien, so viel Holz usw. Auch wenn hier niemand das Arbeiten erfunden zu haben scheint, weiss doch jeder wie und wo und warum.

Pfosten

Wie schon gesagt, die Pfosten werden direkt in die Erde eingegraben, bitte nicht den Hals umdrehen! Hier ist das gang und gaebe. Pfostenschuehe (->Metallteile fuer Anschluss Boden-Pfosten) werden hier nur speziell angefertigt in einer Schlosserei.
Also Pfosten rein ins Loch und dann ausgerichtet (wie richtet man krumme, unschnuerige Pfosten richtig aus???), verstrebt und dann mit Erde langsam aufgefuellt und mit Staeben hart gestampft. Schwielen und Blatern ahoi, selbst an gewohnten Haenden.

Mauerarbeiten

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Von Mauern verstehen wir natuerlich nichts. trotzdem probieren wirs aus. Zum Glueck uebernimmt diese Arbeit weitgehend Kollege Schreiner; so gut mauert dir keiner…
Der ganze Grill inklusive Kamin, Tisch und zwei Aussparungen fuer Brennholz muss gemauert werden. als waere das nicht schwierig genug natuerlich noch sichtbar (d.h. ohne putz etc)
Ausser bei dem Fundament und ein paar Steinen habe ich meine Finger nicht im Spiel, Glueck fuer die Mauer…

DdSC04009
Abbund

Uiui, das Holz ist waldfrisch und schoen saftig. Ein Schnitt mit dem Fuchsschwanz wird zum Himmelfahrtskommando. Das nasse Saegemehl verklumpt und verstopft den die Saege rettungslos. Zu zweit ochsen wir an einem! Schnitt und schnell wird klar: Eine Kreissaege muss her und zwar dalli. nur von wo??? Zweitens wird klar, jeder Schnitt wird zur Tortur, wir beschraenken uns auf das allernoetigste. Aus diesem Grund erhalten die Sparren einen Bleischnitt (->einfacher horizontaler Abschnitt (normalerweise macht man in der Schweiz zwei Schnitte))

Nach etlichen Tagen suchen klage ich ein wenig beim Sager ueber das gruene Holz und er bringt mir seine Kreissaege. JIPPI, alle Probleme geloest? denkste. als wir das Teil ausprobieren, merken wir: das Blatt ist exzentrisch, es ruettelt und schuettelt, genaues Arbeiten ist Wunschdenken , und das Teil rotiert so gefaehrlich…abgeschnittene Finger lassen gruessen. Zudem fehlt der Knopf zum Einschalten. Man muss mit dem Finger in den Griff hineinlangen und beim Kabelsalat rummachen…ein weiteres NO-GO.
Zum Glueck gibts da den Kollegen Schreiner. Ein Morgen lang bringt er die Kreissaege auf Vordermann. Feilt aus einer Unterlagscheibe einen Supporter und passt ein Stueck eines Astes als Knopf ein; verklebt das ganze mit Tape. Funktioniert tadellos. Naja nur der Maschinentisch ist im A…, so richtig heillos „vergaggeieret“.
Gut, es wird halt freestyle gesaegt, aber es geht einigermassen gut. Natuerlich keine Schweizer Qualitaet aber was solls.

Alle Maschinen verlangen natuerlich Strom, und dieser ist hier nicht selbstverstaendlich. Also mache ich manchmal von Hand manchmal mit Maschine. Einmal haets mer also gopfer… eis butzt. Voellig ueberrascht schaue ich das Kabel an und merke vorerst nichts, stecke aus und sehe es mir nochmals an. Das Kabel sieht voellig intakt aus und doch bleibt etwas an meiner Hand kratzend. Ich sehe genau hin und merke das ein Stuecklein Draht aus der originalen! Isolation schaut. Wahrscheinlich bin ich nicht der erste dem es eine schwartet, jedoch hat das Teil noch niemand abisoliert…

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Den Rest des Abbundes wird von Hand gemacht, Zapfenloecher, Kerven. Bei 40grad im Schatten und 80% Luftfeuchte schon etwas anderes als gewohnt. Ich schwitze wie ein falscher Zeuge, im 5 Sekundentakt tropft mir Schweiss von der Nase ins Zapfenloch; aber es macht Spass! Das Konstruktionsholz riecht ziemlich stark und gut. Nach Honig. Anders das Holz fuer die Ziegel. Dies stinkt ziemlich penetrant. Die Definitionen gehen auseinander….etwas zwischen Kinder und Elefantenkacke, wirklich widerlich.

Aufrichten:

Auch fuer das Aufrichten stehen uns natuerlich modernste Pneukranen und Geruestlifte zur Verfuegung, die SUVA- Auslandhilfe hat uns extra ein Geruest gebaut inklusive Fallnetz… Okay. Fairerweise muss man sagen dass wir eine halbkaputte Bockleiter und eine lange Leiter aus Aluminium unser „Eigen“ nennen koennen.

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Ansonsten war das Aufrichten wie immer: Es hat, kaum angefangen, gepisst und der Herr von und zu hat die Pfettenhoehe falsch abgezogen und somit waren die Firstpfosten zu kurz und es musste einmal mehr improvisiert werden. Statt dass die Pfosten durch die Zange laufen und mit Gewindestaehle zusammenhalten und die aufgenagelten Laschen auf die Zange druecken, steht nun dieses doch recht baurige Detail zur Verfuegung (richtig Schaeg: es Schnabeldetail); siehe Bild.

Sonst alles in Ordnung. gluecklicherweise stimmen Sparrenabschnitte, Kerven, Obhoelzer, Pfettenhoehen, Winkel usw. und es muss nichts mehr gebauert werden.

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Ein anderer Challenge war die Befestigung der Sparren mittels Sparrennaegel. Unglaublich wie stark der Wind hier manchmal weht; oder wie mein Grossvater sagt:“ sind d’naegel katholisch?“ -“ warum?“ – „wills zum bete id Chnue goend“
Das Problem: Fehlende Erfahrung beim Einschlagen und keine Einhandaxt vorhanden; alles mitm Latthammer. Handgelenk sagt :“Danke!“
Mit Seife gehts am besten. Dick einschmieren und daenn hopp de baese. Ganz ohne Flex gehts dann doch nicht…Aber das haelt schon (Internationales Motto Zimmerei; genau wie: Das druckts denn scho)

und no en guete:
Normale Ziegel fuer die Dachflaeche bekommt man im Baugeschaeft. als ich nach Firstziegeln (jene die ganz oben im Dach gebraucht werden) frage, lange gesichter.
– firstziegel?gibt es nicht hier
– wo krieg ich die her?
– naja, da muesstest du nach Brasilien und von dort holen
– was? wieso brasilien, kann man die nicht hier kaufen?
– nein, die gibt es hier nicht? man baut hier nicht so.
– was man baut hier nicht so? alle huetten im hotel haben firstziegel
– ja aber die sind aus der zeit der pioniere, da hats hier noch nichts gehabt, die haben alles aus brasilien kommen lassen.
– aha, alternativen?
– blech
– ui, ziegel und oben ein blech, wie schaut DAS aus?

Natuerlich steht noch zur Auswahl, dass wir nach Brasilien gehen (gleich ueber der Grenze; sind etwa 20 kilometer) und dort die Firstziegel kaufen. da sagt mir jemand, dass das schon moeglich sei, aber dass man die Ziegel schmuggeln muesse, da illegal… AHA toll. aaaalso gut, blech drauf, deckel drauf, kappe schisse.
und so ists gekommen…

Und FERTIG ist das Boliden-werk.

Europaeische Werkzeuge in den Tropen:

Die Hohe Luftfreuchte setzt nicht nur den Menschen zu: Stechbeitel, Haemmer usw sehen dank Flugrost schon jetzt, nach einem Monat, jaemmerlich aus. Die Farbe der Spickschnur klumpt zusammen und verteilt sich nicht richtig auf die Schnur, schlag ins wasser.

Macheds guet!

Diego



Gut ding will weile haben…

17 11 2009

Zuviell weile ist Langweilig…

Mir sind am krampfe, aber es got nur langsam vorwerz. Entweder musch wider oebisem no seckle oder bechunsch nid was de setisch ha oder suchsch bis zur vergasig.

Drum simmer immer wider froh wemer usse choemed und chli choened abschallte. Vorvorletst moll a de Iguazu Wasserfaell, sehr beidruckend wie das Wasser id duefi stuerzt. Den simmer no in Wanda gsi inere „Edelsteimine“ vo de Entstehig ueber Abbau bis zum Verkauf, wunderschoeni Stei in allne Farbe. Und Gester simmer usse ufs Land an es Chlises Gwaesser und hend en Prima Eintopf koched. De Diego hed no schnell Survival maessig 3 Fisch gfange, die heds den zum Znacht im WCpapier gee. 10 Punkt vo 10.

Over and Out…



Fotos

7 11 2009

DSC038451 DSC038881DSC039051 DSC038371



wasmer so tribed…

4 11 2009

P1020933…tja gueti Frag 😀

Sit vorgester simmer en yimli grosse Uftrag am plane und usfuehre; jedefalls fuer eusi Verhaeltnis. Fuerd „Hotelalag“ womer drin wohned (wo mine Verwandte ghoert), soett no en Grill mit Chaemi her. mit yueghoerigem Grillhuesli (also sone Art Pavillon). Das isch noed nur nice to have sondern essentiell fuer jede argentinisch Gast; da er ja choent amene akute Asado-(arg.Grillfleisch) Entzug yugrund gah.

Jo, und jetyt simmer a dem….Loecher schufle fùerd Pfoeste, Loecher budle fuers Grillfundament, Fundament legge, betoniere (mir wo ja so vill Ahnig vom Muure haend, wie dchueh vom gras wo sie frisst ) und jetyt gahts denn as Backstei legge; sichtbar natùerlich, sust waers ja yeifach…:D Also simprovisiere haemmer scho yimli guet druff, und echli s’ruecksichtlose Verhalte. sProblem isch ebe, dass mir da teilwis uf anderi Mentalitaet treffed (noed unbedingt argentinischi, sondern vo gwuesse noed allyu arbetswillige Luet, wo denn aber glich e dummi Roehre muend ha und alles besser wuessed….) Bispilswiis isch au de wo s’Werchyueg vode Alaag soett verwalte noed allyu gnau. und drum hani jedesmal muese mini sacher iirgendwo verstreut go hole; das haett den jewiils au yur stimigsbesserig bitreit…uf jede fall haemmer jetyt alles womer bruched i chiste ineta und bschluessed alles i eusem hotelyimmer i. fertig, aus…soelll er doch sis yueg go hole, waenner mal oeppis tuet.

Jojo, und gester bini yimli wichtig go bachstei, sand, yement und schotter go bstelle (also obi wuer druscho 😀 ), de compinche bert isch am loecher budle gsi, wo ploetylich d’schmier uftaucht. aber noed oeppe eine oder ywei, sondern e ganyi kaserne….a die 30 luet. Die haend d’cafeteria und de grill wo scho staht gmietet yum asada mache und wahrschinlich chli stuergelder verprasse und evtl. no ihre jewilige Chefe chli inechrueche.Tja, denn haemmer halt sochli ta als hettemer e arbetsbewilligung (guet streng gno, simmer noed am schaffe; mer werded noed yahlt), ich ha nochli mitne gred…tiptop. gutemiene in der hoehle des loewen. aber ich glaub eh noed dases gross oepper interessiert und sust muestemer halt e paar pesos i die jewilig gforderete dokument tuet….

sust ischs im moment recht heiss; am samuel sin thermo misst bis viery grad, und er isch agstande….uf jede fall sind die yimmer womer haend, bauliche sondermuell. null isolation. de heissi yiegel brennt nonstop ufs dach und dbachstei (nome est omen) au. so fuehlemer eus au ide nacht wie garguet, bis denn irgendwaenn die null isolation yum traege chunt unds gaegde morge daenn chuel wird (wenn dyiegel und bachstei uskùehlt sind). jo mer arrangiert sich halt. am bode isches jewils no chuel, det ischs am beste bi siesta-time. so…ich soett wiedermal em sockel go hallo saege und verblibe mit beste gruess (hoffe dasmer in yuekunft bessers i-net haend, daenn choemer au es paar fotene uploade)
lg diego