Meine Familie in Calera

19 05 2010
 

Achtung Doppelpost 😉

Also, der Grund, wieso ich schon wieder schreibe. Ein argentinisch- chilenischer
Zimmermann sollte mir eigentlich schon seit Tagen anrufen. Traditionsgemaess
hat er nicht Wort-gehalten,  und irgendwie bin ich zu stolz, jenem hinterherzulaufen;
wenn er nicht will, soll er mich doch…
Soll er doch selber schauen wie er weiterbauerta…grmbl…

Die „freien“ Tage habe ich damit ueberbrueckt, im und ums neue Haus ein wenig zur
Hand zu gehen. Holzhacken, Fensterglas in absolut mies-geschreinerte Fensterraehmen
zu montieren, Silikonfugen zu ziehen usw…

Jetzt habe ich nichts mehr zu tun und nutze die Zeit um a weng zu schreim.

P1030511

Leo, Edith, Miguel, crasse Siech und Isma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Grund, wieso ich mir Calera noch weiterhin antue ist simpel. Ich liebe meine „Familie“
und sie liebt mich. Zu Miguel (Papi 2) habe ich gesagt: „Schau, es ist simpel, finde ich  keine
gute Arbeit (d.h. als Zimmermann oder etwas das mir sonst Spass macht), nomadisiere ich
einfach weiter.“ Seither ist vor allem Er sehr darum bemueht, eine Arbeit fuer mich zu finden,
weil sie nicht wollen, dass ich gehe (Habe ich von Edith (Mami 2) erfahren).

Es ist schon sehr speziell, wie man manchmal Leute, einfach so kennenlernt und schlussendlich
schon fast dazu geneigt ist zu bleiben.(ebe nur fascht,  irgendwenn willi wiiter, ad waermi 😉 )
Meine Familie (inkl. den beiden Soehnen von Miguel, Ismael und Leonel) lernte ich so kennen:

Schild gesehen „Kung Fu“. Trainieren gegangen und dann ein paar von denen (die wollten) zum
eis go zieh iglade. Miguel meint, wir sollen zu ihm nach Hause (die beiden Soehne trainieren auch)
Am naechsten Trainingstag hat Herman Geburtstag; obwohl ich ihn noch nicht kenne, nehmen die
anderen mich zu ihm mit. Mit Herman freunde ich mich an, und ich bin oft bei ihm Sonntags eingeladen
(Asado, Huehnchen al Disco, oder letztes mal extra fuer mich: Tatu (gegartes Guerteltier)…voll geil!!!).
Miguel, den ich immer besser kennenlerne, laedt mich dann an einen Geburtstag des Onkels seiner
Freundin Edith ein (der bolivianischer Herkunft ist). udsoweiterundsofortundwennsienichtgestorbensind

Irgendwann (ich schlafe immernoch auf dem Camping in meiner Haengematte) schreibt Miguel  mir ein SMS
ich solle zu ihm nach Hause kommen, es seie zu kalt um auf dem Camping zu schlafen. Oookay…und seither
wohne ich permanent da, verstehe mich ausgezeichnet mit allen. Zahle keine Miete, versuche aber mich ein
wenig nuetzlich zu machen. Helfe denn kleinen (15 und 16 Jahre) beim Englisch, koche ab und zu, oder
braue Gluehwein (hani gester gmacht) und habe schon nach dem abschecken die Lampe voll 😀
Oder werkle ein wenig am Rohbau rum…

P1030508 Edith,Ich, Isma und Leo


Ostblock laesst gruessen

18 05 2010

Hoi mueslis

Es ist kaelter geworden in La Calera, Cordoba. Und ich waere wirklich schon laengstens weitergezogen, wenn mir die Leute hier nicht so am Herzen liegen wuerden (jawohl, ich ha eis). Taeglich koennte ich mir den Nuetschl an die Wand haemmern, weil ich nicht mehr Ware aus der Schweiz mitgenommen habe.  Es ist zwar nicht sooo kalt wie bei uns, aber die Haeuser (darf man die schon so nennen? ) sind so scheisse, dass drinnen teilweise kaelter ist als draussen (das ist an sonnigen Tagen so zwischen 11.00 und 15.00 der Fall).

Lange Thermounterhosen, Schuheinlage mit Alu-Folie und Kokosfaser, dicke Wollkappe und Arbeitsjacke….seufz…

Das Haus in dem ich lebe hat 2 Eingangstueren, und beide sind kaputt. Sie lassen sich nur sehr schwer oeffnen und schliessen, das bedeutet das schoen frische Luft reinstroemt, wenn jemand mal „rasch“ rausgehen muss…In meinem Bett, welches mit 5 Decken ausgestattet ist, finde ich aber warme Zuflucht. So, genug geflennt.

Vor ein paar Tagen hat mich Nikolaj, ein, vor 15 Jahren eingewanderter Ukrainer, angerufen. Er offeriert mir Arbeit (jedenfalls habe ich das so interpretiert, sein Spanisch ist noch spezieller als meins…). Oooke. Nikolajs
Wagen ist, nein kein Trabi, ein Lada echt russischer Herkunft. Mit Nikolaj fahre ich ein paar Werst Richtung Bialet Masse, das liegt gerade noch in der Reichweite des „Oekomobils“

Ich bin mir ja einiges gewoehnt, was Genauigkeit in Suedamerika angeht. Aber Nikolaj toppt alles…

– „Schnijeide Brjett Sjenkel“ (etwa so toent Nikolaj’s Sprache, in Deutsch uebersetzt „Schneide das Brett im Senkel ab“
-“ Hast du eine Wasserwaage oder ein Lot“
-„Njet, nach Auge“

Nikolaj ist ein gemuetlicher Typ, aber seine Arbeitsweise ist mir dann doch zu wider. Er schneidet Gehrungsschnitte (=> schraege Schnitte) in der Luft, bauert die Daemmung hin und leimt mit Zweikomponentenkleber Blech an Backstein aus mangel an Silikon.
Die Berechnungen von Sparren, Blech und Latten stimmen etwa so wie meine Integralberechnungen damals (ich war nicht der mit dem Uebernamen „Gauss“)

Wenn Nikolaj sagt: „Terminjar Corte y poner algo en Boca“ (=>Schnjitt fertig und etwas in den Mjund stjellen“) ist Mittagspause.
Immerhin Nikolaj haelt Wort und bezahlt mich sehr gut; meine groesste Sorge war, meiner Knete hinterherrennen zu muessen.

So, mal wieder ein kurzer eintrag.

Sowjetomobil Sowjetomobil

Macheds guet!

Gringo