Sommer, Sonne, Sonnenschein und ab in den Sueden

24 12 2009

Gringos Guezle bi 35 Grad, de Teig lauft halb devo aber Supper Becker wiemer unteranderem au sind chunt alles Gustolino; 5 Konfeckt und 8 Stund Spoeter. Wiehnachtsstimmig bi mir zumindest bi 35 Grad fehlazeig.

Aber mir sind meh als Ready fuer de Suede, alles noetige Material hemer. Auto Papier wie choents au anderst sie fehled no. Aber wen alles nach Plan lauft simmer am 25. Weg vo do.

Allersits Schoeni Festteag

Dr. Bertolino



Passierschein A38

13 12 2009

Was fuer eine Entäuschung….
In den helvetischen Landen habe ich gedacht: In Argentinien ist wird es dann die grosse Freiheit sein; kein Stress, keine Bürokratie; das tun was ich will….PUSTEKUCHEN

Unser Auto ist theoretisch gekauft. Der ganze Papierkram ist aber eeenorm. Das schlimmste ist, dass ein Büro keine Ahnung hat, was die andere Institution machen kann oder nicht….am Freitag:
Um 6 uhr aufstehen *grummelschummel* um vorne in der Schlange zu stehen. Hat trotzdem 2 Stunden gedauert; nur um nachher die Information zu bekommen :“ nein, da muessen sie zum Zollbuero gehen“. Gut, wir ins Zollbüro: „hmm, ja, da muessen sie aber ins Zollbüro in Posadas gehen, wir sind nicht authorisiert um dieses Dokument auszustellen. Hier gebe ich ihnen die Strasse und Namen fuer Posadas, dort machen die das ohne Problem“.
Gut, das Buero schliesst am Mittag. Also Hals ueber Kopf nach Posadas (das sind etwa 1,5 stunden fuer einen Weg).
„Fuer, dieses Dokument brauche ich einen Wohnsitznachweis“ – „Juhui den habe ich!“ – „Dieser ist aber von der Polizei, ich brauche einen vom Notar“
(geiles Detail: Fuer den Wohnsitznachweis bei der Polizei braucht man zwei Zeugen die dies bestaetigen: hat man keine zwei Zeugen sagt die Polizei: “ fragen sie doch einfach diese zwei Leute dort ob sie unterschreiben. (Fremde))
„Fuck!!!“
„Machen sie dieses in Obera und kommen sie nachher wieder…“

Ausser Spesen nichts gewesen. und waere das nicht genung: Diego fucked by the Police. Das sei nicht in Ordnung und jenes…und ist alles in Ordnung erfinden sie etwas…und alles nur fuer Schmiergeld…

Grmbl. fuer ein ausfuehrliches Video, schaust du da:
http://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk
Argentinische Buerokratie live…



Schweiss tropft ins Zapfenloch – der Arbeitstag des Gringo

3 12 2009

Beta Version:

Alle Buenzlis moegen mir verzeihen, dass ich Hochdeutsch schreibe…fuer lange Texte ist dies einfach besser da weniger „z“ vorkommen, die ja bekanntlich am falschen Ort auf der Tastatur sind…

Ueberdies moegen mir alle Nicht-Zimmerleute verzeihen fuer allfaelliges Fachkauderwelsch.

Die Ausgangslage: ein bestehender Schopf mit Kamin genuegt der Ausgangslage nicht mehr. Die Baustelle befindet sich in einer Art Hotelanlage (die einzige Bleibe im Urwaldkaff namens Andresito). Ein Anbau wird „geplant“ (also von mir). Das ganze Dach wird etwa 4,5m breit und 7m lang und beinhaltet ein Kamin.
Die ganze Konstruktion steht auf 4 Rundholzpfosten aus resistentem (und sauhartem) Holz. Diese werden direkt in die Erde eingegraben (mein Gott, saemtliche Berufsschullehrer und Chefs in der Schweiz haetten mich fuer so ein Vergehen umgebracht).
Jeweils zwei Pfosten werden ueber ein Zangenpaar (-> horizontaler Holz; welches den Rest der Konstruktion zusammenhaelt)
verbunden. Die Firstpfette (->Querbalken) wird ueber ein Haengepfostenpaar gehalten, welches sich auf die Zangen stuetzt. Das ganze wird mit Ziegeln eingedeckt.
So…so viel zur Theorie…

AVOR

Die Werkzeuge des Hotels sind nicht nur aus der Zeit der Kolonisation, sie sind auch in bedenklichem Zustand. Nicht mal ein ganzer Hammer ist vorhanden; unser mitgebrachter Picard ist ein Geschenk des Himmels.
Stechbeitel muessen geschliffen werden. Da keine Kreissaege vorhanden ist, haben wir vor, von Hand abzubinden. Ein kurzer Fuchsschwanz wird vom Jahrhundertealtem Rost befreit…Ich schraenke mit einem groesserem Schlitzschraubenzieher (Schraenkzange laesst gruessen…) ; natuerlich ist auch kein Schraubstock vorhanden.

Leider merken wir auch, dass die „neuen“ Werkzeuge Anklang gefunden haben bei Angestellten des Hotels. Da jene leider von allein den Weg nicht zurueck finden, schliessen wir sie einfach im Zimmer weg.

Von einem Bekannten koennen wir einen Winkelschleifer auslehnen (diesen brauchen wir um Backsteine und Gewindestaehle schneiden zu koennen). Die Schleifscheibe nehmen wir ab und kaufen eine Diamantscheibe. Leider merken wir jetzt, dass der Supporter unten (eine Art spezielle Unterlegscheibe) fehlt. Eine Inspektion in der doch sehr ordentlichen Werkstatt, hust hust, des Bekannten bringt uns nicht weiter. Auch vom Schluessel fehlt jede Spur.
Nachdem wir einen Morgen dieses Ersatzteil in allen moeglichen Bau und Maschinen- Laeden von Andresito suchen, landen wir schliesslich in einer Bude die das Teil tatsaechlich hat. Die alte Vettel an der Kasse ist ziemlich unfreundlich und ich ueberlege mir, ob ich ihr einen Vortrag ueber Marketing und Kundenfreundlichkeit halten soll. Schliesslich liegt das Teil aber tatsaechlich auf dem Tresen und unsere Freude ueberwiegt. 10Peso soll es kosten. Als ich zahlen will (leider hab ich am Automat nur 100Peso Scheine bekommen) meint die Schachtel :“ Ich nehme nicht so grosse Scheine an“. Kollege Bert und Ich jubeln, das das doch nicht wahr sein darf: Ein ganzer Morgen mit dem Scheiss verbracht und das Teil jetzt nicht zahlen koennen…
Da fragt der Besitzer schliesslich ob wir fuers Hotel arbeiten; als ich bejahe meint er, wir koennen das Teil mitnehmen und spaeter bezahlen. Die Vettel meint noch: sie habe gedacht wir seien Deutsch-Brasilianer (Deutsche Auswanderer in Brasilien zZ des Krieges; sind anscheinend alles andere als beliebt) und uns darum nichts verkaufen wollen. grummelnd nehme ich endlich das Ersatzteil und hauen ab.
SEHEN WIR VIELLEICHT AUS WIE DEUTSCHBRASILIANER?? grummelschummel.

Grabarbeiten

Nach zig hin und her mit der Bauherrschaft, fangen wir mit Graben an. Aushub fuer das Fundament und die 4 Pfosten. Endlich mal etwas tun. Leider brechen die alten Stiele der Schaufeln und Bickel…und noch ein wenig Arbeit mehr.

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Holz…

Grummelnd nehme ich zur Kenntnis, dass wir die doofen Rundholzpfosten nicht umgehen koennen (Bauherrschaft). Bis wir alle 4 Pfosten haben vergeht allerdings viel Zeit. Zu guter letzt fahre ich mit einem Bekannten selber aufs Land um solche aus der Capoera (wilder, nachgewachsener Wald) zu holen, da auf den der sie bringen sollte kein Verlass ist.
Zum Glueck ist der Rest der Konstruktion aus rechtwinkligem Querschnitt (naja wenigstens theoretisch, auf 15cm laenge geht gut und gern mal ein cm verloren…so genau scheisst ja bekanntlich keine Kuh). Beim Sager bestelle ich wie gewohnt in Millimeter (die Dimensionen natuerlich nicht allzu knapp; mangels Erfahrung und aus Schweizer Gewohnheit.) Der Sager kann aber nur in Pulgada (Inch) schneiden, also rundet er nochmals kraeftig auf.
Das Resultat: Es stehen richtig waehrschafte Truemmer zum Abbund bereit. Die Angestellten des Hotels sind schockiert; ob wir wahnsinnig seien, so viel Holz usw. Auch wenn hier niemand das Arbeiten erfunden zu haben scheint, weiss doch jeder wie und wo und warum.

Pfosten

Wie schon gesagt, die Pfosten werden direkt in die Erde eingegraben, bitte nicht den Hals umdrehen! Hier ist das gang und gaebe. Pfostenschuehe (->Metallteile fuer Anschluss Boden-Pfosten) werden hier nur speziell angefertigt in einer Schlosserei.
Also Pfosten rein ins Loch und dann ausgerichtet (wie richtet man krumme, unschnuerige Pfosten richtig aus???), verstrebt und dann mit Erde langsam aufgefuellt und mit Staeben hart gestampft. Schwielen und Blatern ahoi, selbst an gewohnten Haenden.

Mauerarbeiten

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Von Mauern verstehen wir natuerlich nichts. trotzdem probieren wirs aus. Zum Glueck uebernimmt diese Arbeit weitgehend Kollege Schreiner; so gut mauert dir keiner…
Der ganze Grill inklusive Kamin, Tisch und zwei Aussparungen fuer Brennholz muss gemauert werden. als waere das nicht schwierig genug natuerlich noch sichtbar (d.h. ohne putz etc)
Ausser bei dem Fundament und ein paar Steinen habe ich meine Finger nicht im Spiel, Glueck fuer die Mauer…

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Abbund

Uiui, das Holz ist waldfrisch und schoen saftig. Ein Schnitt mit dem Fuchsschwanz wird zum Himmelfahrtskommando. Das nasse Saegemehl verklumpt und verstopft den die Saege rettungslos. Zu zweit ochsen wir an einem! Schnitt und schnell wird klar: Eine Kreissaege muss her und zwar dalli. nur von wo??? Zweitens wird klar, jeder Schnitt wird zur Tortur, wir beschraenken uns auf das allernoetigste. Aus diesem Grund erhalten die Sparren einen Bleischnitt (->einfacher horizontaler Abschnitt (normalerweise macht man in der Schweiz zwei Schnitte))

Nach etlichen Tagen suchen klage ich ein wenig beim Sager ueber das gruene Holz und er bringt mir seine Kreissaege. JIPPI, alle Probleme geloest? denkste. als wir das Teil ausprobieren, merken wir: das Blatt ist exzentrisch, es ruettelt und schuettelt, genaues Arbeiten ist Wunschdenken , und das Teil rotiert so gefaehrlich…abgeschnittene Finger lassen gruessen. Zudem fehlt der Knopf zum Einschalten. Man muss mit dem Finger in den Griff hineinlangen und beim Kabelsalat rummachen…ein weiteres NO-GO.
Zum Glueck gibts da den Kollegen Schreiner. Ein Morgen lang bringt er die Kreissaege auf Vordermann. Feilt aus einer Unterlagscheibe einen Supporter und passt ein Stueck eines Astes als Knopf ein; verklebt das ganze mit Tape. Funktioniert tadellos. Naja nur der Maschinentisch ist im A…, so richtig heillos „vergaggeieret“.
Gut, es wird halt freestyle gesaegt, aber es geht einigermassen gut. Natuerlich keine Schweizer Qualitaet aber was solls.

Alle Maschinen verlangen natuerlich Strom, und dieser ist hier nicht selbstverstaendlich. Also mache ich manchmal von Hand manchmal mit Maschine. Einmal haets mer also gopfer… eis butzt. Voellig ueberrascht schaue ich das Kabel an und merke vorerst nichts, stecke aus und sehe es mir nochmals an. Das Kabel sieht voellig intakt aus und doch bleibt etwas an meiner Hand kratzend. Ich sehe genau hin und merke das ein Stuecklein Draht aus der originalen! Isolation schaut. Wahrscheinlich bin ich nicht der erste dem es eine schwartet, jedoch hat das Teil noch niemand abisoliert…

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Den Rest des Abbundes wird von Hand gemacht, Zapfenloecher, Kerven. Bei 40grad im Schatten und 80% Luftfeuchte schon etwas anderes als gewohnt. Ich schwitze wie ein falscher Zeuge, im 5 Sekundentakt tropft mir Schweiss von der Nase ins Zapfenloch; aber es macht Spass! Das Konstruktionsholz riecht ziemlich stark und gut. Nach Honig. Anders das Holz fuer die Ziegel. Dies stinkt ziemlich penetrant. Die Definitionen gehen auseinander….etwas zwischen Kinder und Elefantenkacke, wirklich widerlich.

Aufrichten:

Auch fuer das Aufrichten stehen uns natuerlich modernste Pneukranen und Geruestlifte zur Verfuegung, die SUVA- Auslandhilfe hat uns extra ein Geruest gebaut inklusive Fallnetz… Okay. Fairerweise muss man sagen dass wir eine halbkaputte Bockleiter und eine lange Leiter aus Aluminium unser „Eigen“ nennen koennen.

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Ansonsten war das Aufrichten wie immer: Es hat, kaum angefangen, gepisst und der Herr von und zu hat die Pfettenhoehe falsch abgezogen und somit waren die Firstpfosten zu kurz und es musste einmal mehr improvisiert werden. Statt dass die Pfosten durch die Zange laufen und mit Gewindestaehle zusammenhalten und die aufgenagelten Laschen auf die Zange druecken, steht nun dieses doch recht baurige Detail zur Verfuegung (richtig Schaeg: es Schnabeldetail); siehe Bild.

Sonst alles in Ordnung. gluecklicherweise stimmen Sparrenabschnitte, Kerven, Obhoelzer, Pfettenhoehen, Winkel usw. und es muss nichts mehr gebauert werden.

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Ein anderer Challenge war die Befestigung der Sparren mittels Sparrennaegel. Unglaublich wie stark der Wind hier manchmal weht; oder wie mein Grossvater sagt:“ sind d’naegel katholisch?“ -“ warum?“ – „wills zum bete id Chnue goend“
Das Problem: Fehlende Erfahrung beim Einschlagen und keine Einhandaxt vorhanden; alles mitm Latthammer. Handgelenk sagt :“Danke!“
Mit Seife gehts am besten. Dick einschmieren und daenn hopp de baese. Ganz ohne Flex gehts dann doch nicht…Aber das haelt schon (Internationales Motto Zimmerei; genau wie: Das druckts denn scho)

und no en guete:
Normale Ziegel fuer die Dachflaeche bekommt man im Baugeschaeft. als ich nach Firstziegeln (jene die ganz oben im Dach gebraucht werden) frage, lange gesichter.
– firstziegel?gibt es nicht hier
– wo krieg ich die her?
– naja, da muesstest du nach Brasilien und von dort holen
– was? wieso brasilien, kann man die nicht hier kaufen?
– nein, die gibt es hier nicht? man baut hier nicht so.
– was man baut hier nicht so? alle huetten im hotel haben firstziegel
– ja aber die sind aus der zeit der pioniere, da hats hier noch nichts gehabt, die haben alles aus brasilien kommen lassen.
– aha, alternativen?
– blech
– ui, ziegel und oben ein blech, wie schaut DAS aus?

Natuerlich steht noch zur Auswahl, dass wir nach Brasilien gehen (gleich ueber der Grenze; sind etwa 20 kilometer) und dort die Firstziegel kaufen. da sagt mir jemand, dass das schon moeglich sei, aber dass man die Ziegel schmuggeln muesse, da illegal… AHA toll. aaaalso gut, blech drauf, deckel drauf, kappe schisse.
und so ists gekommen…

Und FERTIG ist das Boliden-werk.

Europaeische Werkzeuge in den Tropen:

Die Hohe Luftfreuchte setzt nicht nur den Menschen zu: Stechbeitel, Haemmer usw sehen dank Flugrost schon jetzt, nach einem Monat, jaemmerlich aus. Die Farbe der Spickschnur klumpt zusammen und verteilt sich nicht richtig auf die Schnur, schlag ins wasser.

Macheds guet!

Diego